Hochgeschwindigkeitszüge im Vergleich

Hochgeschwindigkeitszüge im Vergleich

Hochgeschwindigkeitszüge sind zwar ein relativ junges Phänomen, aber für 20 Länder stellen sie das Rückgrat des Transportnetzwerks dar. Obwohl in Japan zum ersten Mal aufgetaucht, haben sie sich erst während der 80er und 90er Jahre in Europa etabliert. Durch neue technische Entwicklungen haben sich einige asiatische Länder an die Spitze der schnellsten Länder geschoben, vor allem im Hinblick auf den durchschnittlichen Kilometerpreis, die Betriebs- und die Spitzengeschwindigkeit - mit Japan als einsamen Spitzenreiter.

Als Heimat eines weitläufigen Schienennetzes, zeichnet sich die Umwandlung von normalen Strecken zu High-Speed-Trassen in Europa besonders deutlich ab. In Deutschland sind zur Zeit 4,75% des Schienennetzes als Hochgeschwindigkeitstrassen ausgebaut. Dadurch haben über 18% der Bevölkerung einen direkten Zugang zu den schnellsten Zügen des Landes. Im folgenden Ranking untersucht ausschließlich Züge, welche die offiziellen High-Speed-Kriterien erfüllen (in den FAQs zu finden).

Eines wird dabei besonders klar: Jetzt, wo sich die Räder immer schneller drehen, wird die Revolution der Hochgeschwindigkeitszüge weiter voranschreiten.

GoEuros Rangliste der Hochgeschwindigkeitszüge

So haben wir die Rangliste erstellt[1]

Das Ranking zeigt, dass einige asiatische Länder ihrer Zeit in Sachen Geschwindigkeit weit voraus sind. Dabei geht Japan durch seinen unglaublichen Geschwindigkeitsrekord sowie aufgrund der Betriebsgeschwindigkeiten und der Bevölkerungsabdeckung klar als Gewinner hervor. Faszinierenderweise sind in Südkorea gerade einmal 1,62% der Schienen als High-Speed-Trassen ausgelegt, dafür erreichen die Züge aber mehr als 44% der Bevölkerung. Das bevölkerungsreiche China erreicht trotz der Zahl von 66.298 km an High-Speed-Strecken nur 10,7% der dort lebenden Menschen.

Ungeachtet dessen haben es die Züge Frankreichs und Spaniens im Gesamtergebnis unter die Top 5 im Ranking geschafft. Außerdem konnten einige europäische Länder ihre asiatischen Kollegen in einigen Punkten durchaus schlagen. So können beispielsweise die Züge in Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich bei der durchschnittlichen Betriebsgeschwindigkeit mit Japan mithalten, werden dabei lediglich von China überholt, stehen aber vor Südkorea. Dafür haben mehr als 20% der Bevölkerung Österreichs und Spaniens einen direkten Zugang zu den Hochgeschwindigkeitszügen, dicht gefolgt von Deutschland mit etwa 18%.

Karte mit den Hochgeschwindigkeitsstrecken in Europa

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Geplant und im Bau befindlich

Kilometer an Hochgeschwindigkeitstrassen weltweit

Status Asien Europa Nord- und Südamerika Afrika Ozeanien Gesamtzahl
Im Bau befindlich 13 868 2 867 483 200 0 17 418
In Planung 14 287 11 044 3 340 4 080 1 749 34 500
In Nutzung 23 794 10 692 729 0 0 35 215
Gesamtzahl 51 949 24 603 4 552 4 280 1 749 87 133

Gerade in Europa gibt es einige erstaunliche Fakten rund um das Thema Hochgeschwindigkeit: Frankreich plant sein Hochgeschwindigkeitsnetz auf 4.500 Kilometer Länge auszubauen, was die Streckenabdeckung auf 15,20% erhöhen würde. Spanien plant insgesamt 2.700 Kilometer an neuen Hochgeschwindigkeitstrassen, wodurch eine Streckenabdeckung von 37,68% zu erwarten ist. Deutschland wird seine Streckenabdeckung um 50% erhöhen, dank dem Bau von etwa 790 Kilometern an neuen Hochgeschwindigkeitstrassen. In Italien sind weitere 346 Kilometer an neuen Strecken für die High-Speed-Flotte in Planung, wodurch das gesamte Netz eine Abdeckung von 10% erreichen wird.

Die folgende Infografik vergleicht einige der Geschwindigkeitsrekorde und fördert auch ein paar interessante Ergebnisse bezüglich der durchschnittlichen Betriebsgeschwindigkeit zutage.

World's Fastest High Speed Trains

Schnelle Fakten!

  • Deutschland ist ein wahrer Pionier in Sachen High-Speed-Züge. Bereits zwischen 1899 und 1903 gab es auf einem 72 Kilometer langem Streckenabschnitt zwischen Marienfelde und Zossen Experimente, die in einer Spitzengeschwindigkeit von 210,2 km / h endeten. Leider kam es nie zu einem regulären Einsatz. Die Barriere von 300 km/h wurde erst in den 1950er Jahren in Frankreich durchbrochen - und zwar von der SNCF-Baureihe CC 7100.
  • Die USA und Russland, die einst während des Wettlaufs ins All miteinander konkurrierten, sind aktuell in Sachen Hochgeschwindigkeitszüge weit hinterher mit einer Abdeckung von weniger als 1%.
  • Die Linie von Madrid nach Barcelona und weiter bis zur französischen Grenze ist mit 804 Kilometern die längste High-Speed-Verbindung Europas. Das ist zwar ziemlich lang, aber nicht vergleichbar mit der längsten innerhalb von 24 Stunden im Zug zurückgelegten Strecke in China: 3.783 Kilometer! Der Brite John Daffurn begann seine epische Reise am 7. November 2013 an der Guangzhou South Station und beendete diese am 8. November an der U-Bahnstation Longyang Road in Shanghai.
  • In Bezug auf Hochgeschwindigkeitstrassen liegt Spanien innerhalb Europas auf dem 1. Platz. Die 3.100 Kilometer werden weltweit nur von China mit seinen 19.369 Kilometern geschlagen.

Beliebteste Verbindungen

Für Hochgeschwindigkeitszüge in Europa

Nach Asien ist Europa der Kontinent mit den meisten Hochgeschwindigkeitsstrecken. Einige davon zählen zu den meistbefahrenen der Welt, was das Reisen zwischen einigen der wichtigsten europäischen Städte teilweise auf wenige Stunden verkürzt. Wir haben uns einmal angesehen, welche die 10 populärsten Strecken des Kontinents sind und dabei auf die jeweils höchste und die geringste Geschwindigkeit geschaut.

Anbieter Verbindung
Thalys 506km / 3:18 Std
218km / 1:51 Std
300km / 1:22 Std
488km / 3:21 Std
SNCF 774km / 3:17 Std
425km / 1:57 Std
SNCF Renfe 1075km / 6:28 Std
Renfe 659km / 2:30 Std
Trenitalia Italo 580km / 2:55 Std
Deutsche Bahn 282km / 1:42 Std
478km / 3:39 Std