7. April 2014

“Unpacking Travel” ist unser Wochenrückblick auf die Reisewelt. News zur Reise- und Transportbranche, Reiseblogs und die Beiträge der Reiseredaktionen finden hier noch einmal Beachtung. Unser Wochenrückblick bringt etwas Übersicht in die neusten Trends und Ereignisse rund um die Themen “Transport und Reisen”.

Kalenderwoche 14.  Jap jap jap, wie Ducky sagen würde. Das war in einem Land vor unserer Zeit. Um zu wissen was das für ein Land ist, muss man sich bewusst werden was genau unsere Zeit ausmacht. Unsere Zeit macht in den letzten Tagen hauptsächlich der Lufthansa-Streik aus. Den Streik zum Anlass nehmend, hat das Reiseressort von Spiegel-Online es geschafft seinen ohnehin erdrückenden Output nochmals um 30% zu steigern. 12 Artikel über streikende Piloten in einer Woche ist schon ‘ne Hausnummer. Aber so dreht sich die Spirale der Berichterstattung halt. Muss sie aber nicht. Das beweist Johannes Klaus mit einem liebevollen und strukturell-innovativen Artikel über die Galapagos-Affäre. Wobei es damals zu seiner Zeit auch ein riesen Event war in den Massenmedien. So wie die NSA-Affäre. Ist aber beides schon eine Ewigkeit her und nicht mehr aktuell. Im Moment ist der Lufthansa-Streik wichtig. Die Piloten bekommen ihre Altersvorsorge die sie eingezahlt haben gestrichen. Wobei als loyaler und überzeugter Arbeitnehmer hat man ja auch einige Aktien des Arbeitgebers im Besitz. Dann wird die Altersvorsorge nur über den Kanal der Dividenden ausgezahlt und alles bleibt beim Alten. Habe nur den Kommantar hier gelesen. Bin nicht informiert und konzentriere mich wieder auf mein Kerngebiet. Links einfügen, rechts austeilen. Es gibt keine schlechten Wortwitze, nur schlechte Rezeptionshaltungen.

Wirklich stark fand ich den Artikel von Hanna auf Reisedepeschen. In unfassbarer Effizienz einen Gänsehaut-Effekt erzielt. Einen dieser typischen aber seltenen Reisemomente geschildert, die einen noch in Jahren in freudiger Melancholie innehalten lassen. Sehnsüchtig zurückblickend, nicht weil es einem gerade schlecht geht, sondern weil es einem in dieser spezifischen Situation am besten ging. Ich habe versucht den Begriff “neutrales Glück” dafür zu prägen. Was passiert in diesen Momenten? Ein Welle von Emotionen übermannt/fraut einen, die zu ungefähr gleichen Teilen freudig und traurig sind, bevor sie sich bricht und das neutrale Glücksgefühl zurücklässt. Dann atmet man aus und und denkt nichts. Zurückblickend kann man sich noch aus der Distanz an eine gewisse Magie in diesem Moment erinnern, sie eben rekonstruieren aber nicht mehr begreifen. Und dann ist man traurig – und gleichzeitig glücklich darüber dieses Gefühl mal erlebt zu haben. So wie wenn man im luziden Traum mal geflogen ist. Vielleicht war das jetzt ein bisschen viel. Weiter im Programm:

Überschrift der Woche: Lillies Diary

Wie findet man ein Café in Berlin?

Das ist einfach. Man geht raus auf die Straße und da Kaffee sehr starkt riecht, reicht es immer der Nase nach zu gehen. Man kann auch auf der Straße die Frage stellen: “Tschuldigen se, wo gibts’n guten Kaffee hier?”.

Oh hey und es gab noch einen Artikel auf Reisedepeschen der schön ist. Mein Rucksack der Freund, der Freund mein Rucksack. Die Analogie funktioniert, die Liebe ist echt. Ich habe nur einen 35 Liter Rucksack von meinem Vater übernommen – und eine Mischung aus emotionaler Bindung zu dem Kleinen, in Kombination mit dezentem Geldmangel, hat mich bis heute an ihm festhalten lassen. Und irgendwie kann ich mir auch nicht mehr recht vorstellen mit etwas anderem zu verreisen, auch wenn 35 Liter zuweilen etwas klein wirken. Aber ich bin da ganz bei Bruder Leichtfuss. Ich habe ja nie geplant Backpacken zu gehen. Irgendwann ist halt Tag der Abreise und ich habe nie Zeit zum Planen. Im Keller geschaut was der größte Rucksack ist, der im Haus rumfliegt, einmal durchs Zimmer gegangen und alles was potenziell nützlich aussah in den Rucksack geworfen und ab die Maus. Meine geheime sorglos Formel lautet dabei: Sommerschlafsack + Reiseluftmatratze + warmes Wetter = keine Sorgen. Den Rest kann man ja unterwegs einkaufen.

BlackSpotsWhiteDots nimmt uns jetzt mit nach Berlin, nachdem vor einigen Monaten schon ein Artikel über die Londoner Street Art und Graffiti-Szene erschienen ist. Welche Stadt kommt als nächstes in der Reihe? Prag soll super bemalt sein…

Sarah von Rapunzel-Will-Raus hat einen weiteren Bericht über Borneo geschrieben. Einer meiner Sehnsuchtsorte nachdem ich als Kind die vielen Tierdokus über die Insel gesehen habe. Ist auch okey mal keine Fotos von Orang-Utangs zu machen. Aus dem Bericht:

Ich fühle mich irgendwie verloren, aber auf eine gute Art und Weise. Irgendwie bedeutungsvoll. Bilde ich mir jedenfalls ein.

Weltenbummler Mag bringt eine Facette albanischer Kultur näher. Kuscheltiere gegen den bösen Blick! Jetzt habe ich neben den Fakten, dass Albanien das gastfreundlichste Land Europas ist und dass es dort Bären gibt, noch eine dritte essentielle Information.

Die FAZ schließlich noch mit einem netten Artikel über Trinidad und Tobago. “Wege zum Rum” – diese Überschrift ist ein Wortspiel. Super! Geistreich!

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