Marie von Triff die Welt:

Essen liegt im Ruhrgebiet. Das Ruhrgebiet ist grau, voller Industrie und trostlos. Richtig? Nein, ganz und gar nicht! Das Ruhrgebiet hat sich in den letzten Jahrzehnten unheimlich gewandelt, wurde grüner und grüner, modern, weltoffen, innovativ. Ebenso Essen, das gerade im Jahr 2017 zur grünen Hauptstadt Europas gekürt wurde. Ich selbst bin zugezogene Essenerin und wusste anfangs nicht, was ich mit der Stadt im Ruhrpott anfangen sollte.

Heute, einige Jahre später, kann ich voller Inbrunst sagen, dass Essen eine großartige Stadt ist. Eine Stadt voller Vielseitigkeit.

Eine Stadt, die einen immer wieder überrascht. Eine Stadt voller Ideen und Möglichkeiten. Und ein paar davon möchte ich mit euch teilen.

Essen in Essen

Der Name ist Programm: Essen hat unzählige, sehr gute Restaurants zu bieten, in denen man (aufgepasst!) essen kann.

Frühstück in Essen

Wer köstlich frühstücken möchte, findet seine Erfüllung in der Essener Innenstadt. Beispielsweise am Kennedyplatz tummeln sich Cafés und Restaurants, die nahezu alle morgens ein reichhaltiges Frühstücksbuffet anbieten. Zum wirklich fairen Preis.

Mein Frühstücks-Geheimtipp: Das Café Seitenblick in der Innenstadt ist in einem verkehrsberuhigten Sträßchen gelegen und bietet ein total leckeres Bio-Frühstück an. Es gibt draußen nette Plätze, auch drinnen ist es gemütlich. Wer vorhat, hier zu speisen, sollte allerdings lieber einen Tisch reservieren.

© Café Seitenblick

Wer eine Alternative bei strahlendem Sonnenschein sucht, sollte sich einmal das Essener Arboretum anschauen. Der kleine, friedliche Park bietet am Wochenende nach Reservierung Picknicke an. Beim Eingang bekommt ihr einen Korb mit jeglichem Zubehör und dem Essen und sucht euch dann im Park einen schönen Platz

Vegetarisch / Vegan essen in Essen

Auch Vegetarier und Veganer kommen in Essen auf ihre Kosten. Im Sattgrün in der Innenstadt oder im Café Prinzessinnenglück im authentischen Stadtteil Frohnhausen beispielsweise.

Essen in Essen für Jedermann

Für alle übrigen Hungrigen ist von gutem Sushi über Burger bis hin zu türkischen Restaurants wirklich alles dabei! Jedes Stadtteil hat seine eigenen Restaurants, allein in der Innenstadt tummeln sich jedoch etliche.

Verhungern ist in Essen nicht drin!

Schönes Wetter in Essen

Fluss Ruhr bei schoenem Wetter

© Triff die Welt

Essen ist viel grüner, als man glauben sollte. Zahlreiche Parks zieren die gesamte Stadt. Gleich, wo man wohnt, die nächste Grünfläche ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Bei schönem Wetter heißt es in Essen also: Raus in die Natur!

Ruhr und Baldeneysee

Das wohl bekannteste Stück Grün in Essen liegt entlang dem großen Fluss Ruhr, von der das Ruhrgebiet seinen Namen hat. In Essen wird die Ruhr zur Reinigung des Wassers gestaut – der Baldeneysee ist entstanden.

In diesem darf seit 2017 sogar dank guter Wasserqualität wieder geschwommen werden. Nämlich am Seaside Beach, der außerdem Strand, Grünflächen, Volleyballnetze, einen Klettergarten und diverse andere Freizeitgestaltungsmöglichkeiten bietet.

Gruga-Park und Parkleuchten

gruga park in essen

In der Stadt selbst liegt zudem der bekannte Gruga-Park gleich neben dem Messegelände. Der botanische Garten Essens bietet weite Wiesen, kleine Wälder, Blumenfelder, Pavillons und Grillplätze. Ein idealer Ort, um bei schönem Wetter dem Großstadtgefühl Essens zu entgehen.

Parkleuchten angeleuchtete Baeume in Essen bei Nacht Gruga Park

© Michael Gohl, Essen

In der Gruga gibt es immer wieder unterschiedliche Aktionen. Sogar im Winter lässt sich hier abends bei gutem Wetter toll Zeit verbringen – nämlich beim sogenannten Parkleuchten. Jedes Jahr werden am Anfang des Jahres Lichtinstallationen in der Gruga eingerichtet, die den Park trotz Dunkelheit in ein schönes Bunt tauchen. Im Winter eine absolute Empfehlung!

Schlechtes Wetter in Essen

Auch bei schlechtem Wetter wird es in Essen nicht langweilig. Es gibt in der Stadt mehrere Kinos, nette Cafés zum Einkuscheln, ein Theater. Auch ein großes Bowlingzentrum gibt es direkt im Zentrum.

Natürlich ist die „Einkaufsstadt Essen“ auch mit etlichen Geschäften ausgestattet. Shoppingliebhaber kommen auch bei schlechtem Wetter in einer der Einkaufspassagen auf ihre Kosten.

Unperfekthaus in Essen

Schlechtes Wetter in Essen Unperfaekthaus

© Triff die Welt

Mein Geheimtipp bei schlechtem Wetter: Das Unperfekthaus in der Innenstadt. Gleich neben dem großen Einkaufszentrum Limbecker Platz liegt die sogenannte Kreativ-Oase. Im einmaligen Eintritt sind alle alkoholfreien Getränke enthalten.

Das Unperfekthaus bietet verschiedene Zimmer, jedes Zimmer ist eine kleine Schatzkiste. Hier lassen sich Meetings abhalten, Konzerte proben, Tischtennis spielen, Bilder malen, Schmuck verkaufen, am Kamin sitzen,… Bei schlechtem Wetter ein idealer Ort, um einen ganzen Tag zu verbringen.

Und kommt die Sonne doch mal zwischendurch raus, kann man es sich auf der Dachterrasse gemütlich machen.

Nachtleben in Essen

Auch am Abend und in der Nacht wird einem in Essen nicht langweilig. Hier ist immer was los und für jeden Musikgeschmack und jede Altersklasse etwas dabei!

Rüttenscheid

Das beste Viertel, um in Essen die Abende und Nächte zu genießen, ist Rüttenscheid.

Zwar finden sich auch in der Essener Innenstadt Clubs, Bars und Kneipen, in Rüttenscheid jedoch hat das Nachtleben noch viel mehr Charme.

Hier gibt es Essens beliebten Irish Pub, eine Rüttenscheider Hausbrauerei, immer wieder neue Clubs und unzählige Bars, Kneipen und Restaurants. Abends kann es hier schonmal eng werden, aber die Atmosphäre packt einen und die Stimmung ist bombig.

Festivals

Im Sommer gibt es für die Sonnenliebhaber unter euch eine Alternative zum Rüttenscheider Nachtleben: Open-Air Festivals. Davon bietet Essen so einige, auch kostenlose sind dabei. Das wohl bekannteste Festival in Essen ist vermutlich das Smag Sundance, bei dem am Seaside Beach bekannte Elektro-Größen auflegen.

Parksounds

Wer im Sommer in Essen ist, kann bei schönem Wetter die Essener Parksounds genießen. Von der Philharmonie Essen organisiert lässt es sich eine Woche lang jeden Abend zu entspannten Melodien im Stadtpark entspannen. Es gibt Sitzsäcke und Liegestühle. Leute bringen Decken mit, Picknickkörbe und Getränke, grillen, jonglieren, lehnen sich zurück. Kosten tut das Ganze nichts und ist wirklich ein tolles Erlebnis!

Altstadt in Essen

Zugegeben: Besonders viel Charme hat die Essener Innenstadt nicht. Wer eine romantische Altstadt sucht, muss sich deshalb andernorts in Essen orientieren.

Kettwig und Werden

Mit der S-Bahn geht es an die Ruhr, in die schönen Stadtteile Essen Kettwig und Essen Werden.

Hier finden sich weiß gestrichene Fachwerkhäuser mit Blumenkästen an den Fenstern, hübsche Gässchen, kleine Boutiken und viele niedliche Cafés und Weinbars.

Kettwig und Werden sind grün, entspannt und alt. Mit ihrer Lage direkt an der Ruhr eignen sich die beiden Stadtteile hervorragend für einen entspannten Spaziergang, bei dem man eine ganz andere Seite Essens kennenlernt.

Industriekultur in Essen

Essen hat sich verändert. Die Stadt ist in den letzten Jahrzehnten modern, innovativ und grün geworden. Trotzdem darf natürlich die Industriegeschichte Essens nicht vergessen werden, denn sie hat die Stadt zu dem gemacht, was sie heute ist.

Wenn ihr nach Essen kommt, solltet ihr deshalb unbedingt auch in Essens Industriekultur eintauchen.

Zeche Zollverein

Zeche Zollverein Industriekultur Essen

Der Klassiker der Industriekultur ist natürlich die Zeche Zollverein, Die ehemals größte Steinkohlezeche der Welt zählt heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie wurde seit der Stillegung 1986 begrünt, touristisch eröffnet und modernisiert.

Heute beherbergt die Zeche Zollverein ein Designmuseum, das Ruhrmuseum, Büroräume, ein Schwimmbad im Sommer und eine Eislaufbahn im Winter, einen großen Park sowie Restaurants und Cafés. Entweder selbstständig mit einem Audioguide oder mit einer geführten Tour könnt ihr in die Industriegeschichte der gut erhaltenen Anlage eintauchen.

Villa Hügel

Villa Huegel in Essen von oben

Tief verbunden mit den Zechen in Essen und seiner Industriekultur ist die alte Essener Familie Krupp – die Gründer der bekannten Stahlfirma Krupp. Sehr schön und interessant ist dabei der ehemalige Wohnsitz der Familie: Die Villa Hügel an der Ruhr.

Taucht ein in den Alltag der alten Essener Oberschicht, erhaltet Einblicke in die Rechte und das Leben der damaligen Arbeiter und genießt einen Spaziergang durch den schönen Hügelpark.

Margarethenhöhe

Wem es nicht reicht, zu sehen, wie die Essener Oberschicht wohnte, sollte sich wiederum das Stadtviertel Margarethenhöhe genauer anschauen. Ab 1909 wurden hier, finanziert durch Margarethe Krupp selbst, in verhältnismäßigem Luxus überwiegend die einfachen Krupp-Arbeiter untergebracht.

Dabei war die Margarethenhöhe von Anfang an ein Paradebeispiel für menschenfreundliches Wohnen. Die wunderschönen kleine Häuschen mit Erkern, efeubewachsenen Mauern und Natursteinsockeln sind heute heiß begehrt. Wer hier eine Wohnung ergattern möchte, muss in der Regel einige Jahre auf einer Warteliste ausharren.



Über die Autorin

Autorin Triff die Welt Marie

Marie berichtet über Reisen sowie ihre Liebe zur Heimat und über Möglichkeiten dies beides zu vereinbaren. Sie ist süchtig nach Natur und der Schönheit der Welt und des Lebens. Auf Ihrem Blog Triff die Welt  findest du Tipps zu Reisevorbereitungen und Ideen wie du neben deinem Beruf die Welt erkunden kannst. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Reiseberichten aus der Perspektive einer alleinreisenden Frau.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn