Süßes, sonst gibt’s Saures! Halloween steht vor der Tür und ist Anlass für uns, europäische Halloween-Traditionen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Europa ist zudem Heimat vieler mysteriöser Sagen und Legenden, die alle mit gespenstischen Orten in Verbindung stehen. Wir haben 8 gruselige Orte zu Halloween voller unheimlicher Geschichten und Vorkommnisse ausfindig gemacht, an denen ihr euch am kommenden Wochenende besonders schön fürchten könnt.

Hexentreppe im Harz, Deutschland

Der Harz im Herzen Deutschlands ist bekannt für seinen Hexenglauben und den zahlreichen Hexenlegenden. Im Harz kann man zahlreiche sagenumwobene Hexenplätze lokalisieren, etwa auf dem Brocken, wo sich die Hexen in der Walpurgisnacht zum 1. Mai versammeln. Auch der Hexentanzplatz in Thale ist ein legendärer Ort. Kein Wunder, dass es hier auch zu Halloween richtig unheimlich zugeht. Ein sehr interessanter Schauplatz ist auch auf dem Gipfel des Wurmbergs bei Braunlage zu finden, hier stößt man auf eine eine merkwürdig anmutende, von Menschenhand angelegte Steinformation: Einem Steinkreis schließt sich ein langer Steinweg an, welcher in einer mysteriösen Steintreppe endet. Im Volksmund wird diese als “Hexentreppe” bezeichnet und die Legenden erzählen von magischen Kultstätten. Andere vermuten, die Steinformationen seien lediglich Überreste aus der Steinzeit. Zum 1. Mai soll es auf dem Gipfel von Gespenstern und auf Besen reitenden Hexen wimmeln.

  • Gruselfaktor: 4/10
  • So kommst du hin: Um die verschiedenen Hexenplätze zu erreichen, muss man Geduld und vor allem gute Wanderschuhe mitbringen, denn sie liegen allesamt in luftigen Gebirgshöhen.
  • Tour: Der Harzer-Hexen-Stieg ist ein beliebter Wanderweg, der an all den berühmten Hexenplätzen vorbeiführt.
  • Mitbringen: Eine gute Ausrüstung und Spaß am Wandern

So kommst du nach Thale:
Mit dem Bus: ab 12 €
Mit der Bahn: ab 20 €

Halloween in Deutschland

“Süßes sonst gibt’s Saures” heißt es in Deutschland und erinnert sehr an die amerikanische Tradition des Süßigkeiten-Neutezugs, der auch hierzulande weit verbreitet ist.

Partys?
Vor allem die Hauptstadt Berlin fährt mit einer riesigen Auswahl an offiziellen Mottopartys auf, zum Beispiel die große Halloweenparty in der Kulturbrauerei.

Kloster Mortemer, Frankreich

Ein von @mhai_malice gepostetes Foto am

Das Kloster und besonders die Abtei von Mortemer sind die am meisten heimgesuchten Spukorte Frankreichs. Das ehemalige Zisterzienser-Kloster liegt in der Nähe von Rouen, wurde im Jahre 1134 erbaut und ist Heimat vieler Legenden und Geistergeschichten. Matilda von England lebte beispielsweise fünf Jahre in der Abtei, eingesperrt von ihrem Vater Henry I. von England. Die Abtei wird auch heute noch von ihrem Geist – der so genannten Weißen Lady – heimgesucht. Auch die Geister von vier Mönchen, die während der Französischen Revolution im Kloster ermordet wurden, treiben hier ihr Unwesen. Wenn du außerdem eine schwarze Katze bemerkst, die über das Gelände streift: Angeblich bewacht sie den Schatz der bösen Goblins. 1921 wurde die Abtei exzorsiert.

  • Gruselfaktor: 8/10
  • So kommst du hin: Ziemlich leicht, die Abtei ist für Besucher offiziell geöffnet. An Halloween selbst gibt es leider keinen Zugang zur Abtei, denn sie ist lediglich zwischen Mai und August zugänglich (11-18.30 Uhr).
  • Tour: Kostet 6 € für Kinder, Erwachsene zahlen zwischen 6 und 14 €
  • Mitbringen: Kameras sind auch hier ein Muss!

So kommst du nach Rouen:
Über Paris ab 20 €.

Halloween in Frankreich

1992 fand in der American Dream Bar in Paris die erste offizielle Halloween-Feier statt. Traditionell feiert man in Frankreich am 1. November Allerheiligen, an diesem Tag gedenkt man den Toten und legt Blumen auf die Gräber der verstorbenen Geliebten. In Limoges gibt es zudem seit 1996 am 31. Oktober einen Halloween-Kostümumzug, an dem bis zu 50.000 Menschen teilnehmen.

Partys?
Events im Kloster Mortemer finden hauptsächlich im Sommer statt.

Der Botanische Garten in Lucca, Italien

Ein von Gina (@gina_bisbe) gepostetes Foto am

Der Botanische Garten in Lucca hat eine ganz besonders unheimliche Legende zu erzählen: Lucida Mansi war eine schöne Edelfrau aus dem Italien des 17. Jahrhunderts, die ihre Liebhaber nach der Liebesnacht zu töten pflegte. Als ihre Schönheit mit dem Alter zu schwinden begann, schloss sie einen Pakt mit dem Teufel. Dieser versprach ihr 30 weitere Jahre der Jugend, Geld und jede Menge Liebhaber, wenn sie ihm dafür ihre Seele versprach. Als der Teufel diese in der Nacht des 14. August 1646 einforderte, versuchte die Dame zu entkommen. Doch der Teufel holte sie ein und brachte sie in einem brennenden Wagen fort. Am Lucca-See im Botanischen Garten verlor sich Lucidas Spur. Besucher berichten heute, ihr Gesicht unter der Oberfläche des Sees gesehen zu haben. Bei Mondlicht erscheint angeblich auch der brennende Wagen im Botanischen Garten, andere sahen bereits Lucidas nackten Geist, der in der Nähe der Stadtmauer auftauchte und zum See wandelte.

  • Gruselfaktor: 6/10
  • So kommst du hin: Lucca befindet sich unweit von Florenz und der Botanische Garten ist leicht zu finden, er liegt direkt am Meer.
  • Tour: Eintritt in den Garten kostet 3 €
  • Mitbringen: Die Kamera natürlich

So kommst du nach Lucca:
Mit dem Bus: ab 52 €

Halloween in Italien

Halloween ist in großen Teilen Italiens keine richtige Tradition, auch hier feiert man jedoch Allerheiligen und gedenkt den Toten mit traditionellen Süßigkeiten. In einigen Regionen ist jedoch das traditionelle Kürbisschnitzen Gang und Gäbe, hier gehen die Kinder auch am 31. Oktober auf Süßigkeitenjagd von Tür zu Tür.

Partys?
Auch in Italien gibt es natürlich Clubs, die am Halloweenabend Kostümpartys organisieren.

Friedhof der Namenlosen in Wien, Österreich

Neben den zahlreichen sagenumwobenen Schlössern ist der Friedhof der Namenlosen einer der Orte, an denen es ordentlich spukt. Der kleine, beinah unauffällige Friedhof befindet sich in Wien und hat eine unheimliche Geschichte zu erzählen: Insgesamt 104 ertrunkene Menschen sind hier vergraben, deren Körper zwischen 1845 und 1940 genau an dieser Stelle durch eine bestimmte Strömung an das Ufer der Donau gespült wurden. Die meisten der Ertrunkenen konnten nicht identifiziert werden, so dass auch heute noch 61 namenlose Leichen auf dem Friedhof beerdigt liegen. Manche sagen, die Körper gehören zu Menschen, die ihrem Leben mit einem Sprung in die Donau ein Ende gesetzt haben.

  • Gruselfaktor: 5/10
  • So kommst du hin: Der Friedhof ist relativ schwierig zu finden, da er von einigen großen Getreide-Lagerhallen versteckt wird. Er liegt nahe am Donaukanal, am besten fragt man Einheimische nach dem Weg.
  • Tour: Der Eintritt zum Friedhof der Namenlosen ist natürlich kostenfrei, eine Tour gibt es nicht, Allerdings wird zu Halloween im Rabenhof Theater eine Horrokomödie aufgeführt, die vom Friedhof erzählt. Tickets kosten 26 €.
  • Mitbringen: Wenn du des Nachts gehst, benötigst du unbedingt eine Taschenlampe, da der Friedhof nicht beleuchtet ist.

So kommst du nach Wien
Mit dem Bus: ab 20 €
Mit der Bahn: ab 120 €
Mit dem Flieger: ab 91 €

Halloween in Österreich

Neben der traditionellen Kürbisernte stellen einige Österreicher um Halloween Wasser und Brot für die heimgesuchten Seelen bereit. Ein und zwei Tage nach Halloween feiern die Katholiken zudem den Allerheiligen und Allerseelen Feiertag, an welchen man den Toten und auch den namenlosen Toten auf dem Friedhof gedenkt – das ganz persönliche Halloween der Österreicher.

Partys?
Halloween-Specials gibt es am Wochenende in fast jedem Club in Wien.

Schloss Waardenburg, Niederlande

Uns ist das Schloss Waardenburg vor allem aus der Legende des Doktor Faust bekannt. Es wurde am 2. August 1265 erbaut und ist populär als jener Ort, an dem Faust seinen Pakt mit dem Teufel schloss. Sieben Jahre soll der Teufel ihm dienen, dann gehört ihm seine Seele. Der Teufel erscheint dem Doktor fortan als Joost, einem Gehilfen, und vollbringt für seinen Herren unfassbare Dinge. Das einzige, was von Faust nach Ablauf der Sieben-Jahres-Frist übrig blieb, sind Blutspuren an der Wand sowie eines seiner Haare, eingeklemmt im Fenster. Die Gästezimmer im Schloss werden heute von der Legende, die sich auch Goethe zu Eigen machte, heimgesucht. Manche Gäste berichten von einem Gesicht in der Fensterscheibe sowie dem Geräusch von Schritten und sich bewegenden Objekten.

  • Gruselfaktor: 8/10
  • So kommst du hin: Utrecht und Dordrecht sind die größeren Städte in der Nähe von Waardenburg. Von hier aus lässt sich das Schloss gut mit dem Auto erreichen.
  • Tour: Touren sind leider nur am Tag der offenen Tür möglich. Da sich hauptsächlich Büros im Gebäude befinden, lässt sich das Schloss sonst nur von außen anschauen.
  • Mitbringen: Natürlich die Kamera und Goethes Faust, von dem du dich hier inspirieren lassen kannst.

So kommst du nach Utrecht:
Mit dem Bus: ab 15 €
Mit der Bahn: ab 35 €

Halloween in den Niederlanden

Das klassische Halloween ist eher kommerzielle Tradition. Viele Clubs veranstalten Kostümpartys und die Kinder ziehen in ihrer “Süßes oder Saures”-Mission verkleidet durch die Nachbarschaft.

Partys?
Gibt es im Schloss selbst leider keine

Schloss Bran & der Hoia Baciu Wald, Rumänien

Ein von MH (@hewadpal) gepostetes Foto am

Ganz klar – Rumänien darf in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Es ist Schauplatz von Dracula, einer der bekanntesten Gruselgeschichten. In der Originalgeschichte von Bram Stoker treibt der Vampir auf Schloss Bran sein Unwesen. Das Schloss wurde 1388 erbaut und diente eigentlich als Grenzeinheit Transsilvaniens zur Verteidigung und zum Treiben von Handel. Nicht zu verwechseln ist das Schloss mit dem Sitz von Vlad III., der als Vorlage für Bram Stokers Vampirgrafen gedient haben soll. Rumänien hat noch mehr Grusel zu bieten: Der Hoia Baciu Wald gilt als der unheimlichste Wald der Welt, in dem es am meisten spukt. Benannt wurde der Wald nach einem Schäfer, der dort einst samt seiner 200 Schafe spurlos verschwand. Die Bäume und Pflanzen des Waldes sollen unnatürlich krumm wachsen, es existieren zahlreiche Bilder von paranormalen Vorkommnissen und auch UFOs wurden angeblich gesichtet. Das Zentrum allen Unheils ist ein perfekter Kreis in der Mitte des Waldes, in dem nichts wächst und der definitiv nicht von Menschenhand angelegt wurde.

  • Gruselfaktor: 4/10 (Schloss) und 9/10 (Wald)
  • So kommst du hin: Nach Bran geht es einfach per Bus von einer der größeren Städte (weniger als 200 Kilometer von Bukarest z.B.), der Wald liegt etwas außerhalb von Cluj-Napoca. Wer mutig ist, kann eine Wanderung durch den Wald zum geheimnissvollen Kreis unternehmen.
  • Tour: Eintritt zum Schloss Bran kostet 50 RON (etwa 11-12€), wer zur Party möchte zahlt 70 RON (16 €)
  • Mitbringen: Zur Feierklichkeit im Schloss Bran bringt man am besten Abendkleidung mit, für den Wald ist eine Karte unverzichtbar, da elektronische Geräte wie GPS dort angeblich nicht funktionieren.

So kommst du nach bukarest:
Mit dem Bus: ab 124 €
Mit dem Flieger: ab 104 €

Halloween in Rumänien

An Halloween gibt es zwar in den meisten größeren Städten entsprechende Partys, doch interessanter ist die St. Andrews Nacht (oder auch die Nacht der Vampire) später im November, in welcher zu Ehren von Graf Dracula gefeiert wird.

Partys?
Am 1. November gibt es auf Schloss Bran eine Halloween-Feier, doch diese ist eher klassisch als gruselig.

Noisy Castle in Celles, Belgien

Das Schloss, auch Miranda Schloss genannt, wurde 1866 erbaut und befindet sich in der belgischen Region Ardennes. Das Gebäude hatte in seiner Geschichte viele Funktionen inne, unter anderem diente es im 20. Jahrhundert als Waisenhaus, später als Sportzentrum für Kinder. Seit 1991 wird die Ruine aufgrund zu starken Verfalls nicht mehr genutzt, Teile des Gebäudes sind eingestürzt und beinah alle der 500 Fenster zerbrochen. Die Legende erzählt von einer Frau in einem weißen Kleid, die spukend durch das Schloss wandert. Einst soll sie hier gelebt haben und weigert sich, das Schloss, was 2013 abgerissen werden sollte, zu verlassen. Heute gilt sie als Schutzpatron des einsturzgefährdeten Gebäudes.

    • Gruselfaktor: 7/10
    • So kommst du hin: Das Schloss liegt weit abseits der Zivilisation in Celles und ist schwer zu finden.
    • Tour: Ist hier leider nicht möglich, da das Schloss seit 2014 umzäunt und mit Kameras sowie Warnschildern ausgestattet sind.
    • Mitbringen: Es ist Gang und Gäbe, beim Besuch ein kleines Geschenk mitzubringen, welches die Schutzpatronin des Schlosses friedlich stimmt.

So kommst du nach Celles:
Über Brüssel

Halloween in Belgien

Die Halloween-Tradition wird in Belgien immer populärer. Teilweise organisieren bereits die Schulen große Süßes-oder-Saures-Events für die Schulkinder.

Partys?
Nicht im Schloss direkt, aber in den angrenzenden Städten finden sich immer Themenpartys an Halloween.

Die Ruinen von Ochate, Spanien

Das kleine spanische Dorf wird als das “Verfluchte Dorf” bezeichnet, da es zahlreiche Legenden über paranormale Vorkommnisse zu berichten hat. Es ist bereits zu einer Art Pilgerstätte für Geisterjäger geworden, zahlreiche Profis auf dem Gebiet führten bereits Untersuchungen durch. Es gibt Berichte über merkwürdige Lichterscheinungen, Geräusche und plötzliche Brände, einmal soll hier sogar eine komplette Militäreinheit spurlos verschwunden sein. Besonders großen Ruhm erlangte Ochate in den 80ern, als genau hier ein UFO gesichtet wurde. Sogar die Universität Deusto verfasste einen wissenschaftlichen Bericht über dieses Ereignis. Ochate wurde in seiner Geschichte dreimal von Epidemien heimgesucht, deren Datierung mysteriöserweise nicht mit den Epidemien jener Krankheiten in der Umgebung übereinstimmt. Vorwiegend deshalb ist die Stadt heute verlassen und die Gebäude verfallen.

  • Gruselfaktor: 8/10
  • So kommst du hin: Nicht so leicht, es fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel. Die nächsten Städte sind Miranda del Ebro und Vitoria, von hier aus ist Ochate zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen.
  • Tour: Es gibt keine offizielle Tour, beim Erkunden auf eigene Faust ist extreme Vorsicht geboten.
  • Mitbringen: Unbedingt die Kamera, vielleicht gelingt dir ja die nächste Aufnahme eines UFOs.

So kommst du nach Ochate:
Über Logrono.

Halloween in Spanien

Richtige Halloween-Traditionen gibt es nicht, auch in Spanien feiert man viel eher am 1. November. Dabei sind sogar richtige Partys vor den Friedhöfen an der Tagesordnung. Beutezüge nach Süßigkeiten sind hier eher unüblich.

Partys?
Halloween-Partys werden auch in Spanien zunehmend beliebt, in großen Städten veranstalten Clubs und Bars bereits Kostümpartys.

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