Einmal durch Berlin futtern – gut und günstig essen in der Hauptstadt

Ein Guide für das beste preiswerte Essen in Berlin

Wie bitte? Pizza für 2,50 Euro? Gibt’s doch gar nicht. Und ob: Berlin ist eine der günstigsten Hauptstädte Europas, und gleichzeitig eine kosmopolitische Metropole. Und ein wahrer Melting Pot der unterschiedlichsten Kulturen. Aus der Kombination dieser beiden unschlagbaren Faktoren entsteht ein facettenreiches Angebot verschiedenster Speisen – zu sehr moderaten Preisen.

// Falls du hier gelandet bist und eigentlich etwas über die Transportmöglichkeiten zwischen Essen und Berlin erfahren wolltest: | Bahn | Bus | Flug | //

Die meisten Restaurants die hier aufgeführt werden, liegen preislich zwischen 2 – 6 Euro für ein Gericht, dass auch den Hunger stillt. Neben den konkreten Tipps für lohnenswerte Restaurants gibt es auch einen Überblick der verschiedenen Kategorien des typischen Essens in Berlin.  Wichtig ist für uns, dass das Essen ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist.

Günstig Essen in Berlin: Currywurst

Die ganze Stadt auf der Zunge mit nur einem Biss: Die Currywurst gehört für Berlin-Besucher eigentlich schon zum Pflichtprogramm. Am 21.01.1959 wurde die dazugehörige Currywurst-Sauce von Herta Heuwer erfunden und im Berliner Patentamt unter dem Namen “Chillup” registriert. “Uns” Hertha hatte sie bereits zehn Jahre zuvor in ihrem Imbiss “erfunden”.

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Currywurst – die Qualitätsunterschiede sind frappierend, also greift nicht daneben. (c)flickr: Jerry Michalski

  • Wo? Heute stehen vor den beiden bekanntesten Currywurstbuden in Berlin – Curry 36 am Mehringdamm und Konnopke’s Imbiss am U-Bahnhof Eberswalder Straße – täglich hungrige Fans Schlange.
  • Preis: 1,60 – 3,30 Euro – je nach Größe und Schärfegrad
  • Geheimtipp: “Curry Baude” direkt am S- und U-Bahnhof Gesundbrunnen. Die beiden Berliner Imbissbudenbetreiber witzeln gerne, dass sie gerade ihre Frauen in Wurstform über die Ladentheke schieben würden: Sweeney Todd trifft Berliner Humor. Weitere Currywurstbuden finden man in der ganzen Stadt verteilt. Eine vergleichbare Abdeckung hat sonst nur noch ein anderes Essen in Berlin.

Günstig Essen in Berlin: Döner, Köfte & Co

Kadir Nurman, ein türkischer Gastarbeiter, hat 1972 in seiner Imbissbude am Kurfürstendamm den Döner erfunden. Der typische Döner-Fleischspieß kommt aus der Türkei – die Idee, das Fleisch mit Salat und Soße ins Brot zu packen, hatte Nurman. Ihm sei aufgefallen, dass Deutschland ein Arbeiterland sei und die Leute im Gehen essen. Die Geburtsstunde des Döners. Anfangs noch skeptisch beäugt, haben die Deutschen den Döner schließlich tief ins Herz geschlossen. Heute ist er das wohl beliebteste Streetfood der Republik.

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Döner nur 1,50€ – Grund zur Freude oder zur Sorge? (c)flickr: Nicolas Nova

  • Wo? Die wohl momentan populärste Dönerbude steht am Mehringdamm, nur wenige Meter vom Curry 36 entfernt: Mustafa’s Gemüsedöner. Beim Gemüsedöner ist entweder Gemüse mit auf dem Fleischspieß aufgespießt oder das frittierte Gemüse wird dem Döner separat hinzugefügt. Neben dem klassischen Dönerbrot gibt es den Dürüm Döner, bei dem die Zutaten in einem dünnen Fladen eingerollt werden. Manche lassen sich alles im Lamhacun einrollen, auch Türkische Pizza genannt. Sie sieht aus wie ein Dürüm, unterscheidet es sich durch den etwas dickeren Teig, der zusätzlich mit einer Hackfleisch-Paprika Mischung bestrichen ist.
  • Preis: 2,50 – 4,00 Euro
  • Geheimtipp: Der Gemüsedöner am Kottbusser Tor, “Kottiwood“, ist ähnlich wie Mustafa’s – allerdings bekommt man den Döner hier meistens, ohne vorher 40 Minuten in der Schlange zu stehen. Wirklich gut ist auch das Ardana Grillhaus, ebenfalls am Kottbusser Tor. Neben dem klassischen Döner gibt es hier auch anderes gegrilltes Fleisch vom Spieß, wie beispielsweise Köfte. Um diese orientalische Version der Boulette hat sich inzwischen auch eine spezialisierte Unterart von Restaurants gebildet, in denen es speziell Köfteburger gibt. Die Köfte werden hier in einem Baguette mit Salat und Soße verkauft. Einen guten Köfteburger gibt es beim Konak Grill am Kottbusser Tor, sowie am Kottbusser Damm nahe der U8 Station Schönleinstraße bei Gel Gör Köfteci.
1.mai in berlin streetfood köfte

Am 1. Mai gibt es in Kreuzberg überall Streetfood. Hier werden gerade Köfteburger vorbereitet. (c)flickr: Alper Çuğun | alper.nl

Daneben findet man auch einige Tantuni-Buden in Berlin. Bei dieser Spezialität wird das Fleisch mit Gemüse bei niedriger Temperatur gegart und kommt mit frischen Kräutern ins Brot. Die Internetgemeinde ist sich ziemlich sicher, dass das beste Tantuni bei Toros (Facebook) am Oranienplatz zu finden ist (U8 Kottbusser Tor oder Moritzplatz). Das Tantuni ist etwas kleiner als ein Dürüm Döner, aber dafür auch feiner im Geschmack. Wenn der Hunger nicht zu riesig ist, dann ist Tantuni die richtige Alternative.

Günstig Essen in Berlin: Arabische Einflüsse – Falafel, Schawarma und mehr

Die Standard-Produktpalette umfasst Schawarma (speziell gewürztes Fleisch vom Spieß, meist Hähnchen), Falafel, Halloumi (frittierter Käse), Köfte und Makkali (frittiertes Gemüse). In manchen Läden kann man sich sein Sandwich im Pita-Brot individuell zusammenstellen. Dazu kommen Eisbergsalat, Tomaten, Gurken und Soßen. Ähnlich, aber doch anders, sind die sudanesischen Läden dieser Art, die Erdnusssauce in die Brottaschen tun.

schawarma falafel teller- al andalos - bester libanese

Die Teller bei Al Andalos werden liebevoll angerichtet und machen großen Hunger klein. Hier zu sehen: Schawarma-Falafel (c)flickr: Jorge Díaz

  • Wo? Für einen guten ersten Einblick in diese Küche empfiehlt sich ein Besuch bei Baraka am Lausitzer Platz (U1 Görlitzer Bahnhof). Die Auswahl ägyptischer und marokkanischer Speisen ist hier groß. Weitere Pluspunkte: Das Essen im Restaurant ist immer noch sehr preiswert und der Sitzbereich hat eine tolle Atmosphäre. Außerdem hat Baraka die wohl beste scharfe Soße im Umkreis. Bei Al Andalos in der Sonnenallee gibt es ebenfalls köstliche Taschen und Teller, die man sich selbst zusammenstellen kann – dabei kostet jede Zutat 50 Cent extra.
  • Was noch? Der Andalos-Teller ist die sudanesische Variante der Brottasche. Hier gibt es zwei Empfehlungen: Einmal das Nil, mit inzwischen drei Filialen in Berlin. Neben den üblichen Taschen und Tellern, die im “Nil” mit Erdnuss- und Mangosauce verfeinert werden, gibt es beispielsweise auch Tapiafilet, fritierte Manjokscheiben und Kochbananen zu genießen. Man hat außerdem die Möglichkeit, sich seinen eigenen Teller zusammenzustellen. Alles wird frisch gegrillt oder fritiert. Ähnlich ist das Sahara in der Reuterstraße, nahe Hermannplatz U7/U8. Das Alleinstellungsmerkmal ist hier eine Auberginenpaste, in Kombination mit einer Erdnusssauce.
  • Preis: Sandwich ab 2,50 Euro, Teller ab 3 Euro.
  • Geheimtipp: In Berlin gibt es ständig irgendwelche Neueröffnungen mit Sonderangeboten. Da erwischt man die Schawarma- oder Falafeltasche schonmal für 1 Euro oder 1,50 Euro. Wem das immer noch zu teuer ist, für den ist Libanon-Falafel in der Flughafenstr. in Neukölln, nahe U8 Boddinstraße genau das Richtige. Hier gibt es dauerhaft Falafel für 50 Cent – allerdings auch kleinere Portionen. Dieses Preis/Leistungsverhältnis ist schwer schwer zu schlagen.

Günstig Essen in Berlin: Kumpir

Kumpir sind Ofenkartoffeln mit verschiedenen Toppings. Anders als die deutsche Ofenkartoffel mit Kräuterquark, gibt es beim Kumpir eine Vielzahl verschiedener Zutaten, die man sich auf/in die Kartoffeln bestellen kann. Das Innere der garen Kartoffel wird mit Butter und geriebenem Käse gefüllt, zusätzlich kann man nach Belieben Gemüse und Saucen in und auf die Kartoffel geben. Wusstest du schon? Das Wort stammt übrigens nicht etwa aus dem Türkischen, sondern von dem Pfälzerischen “Krumbeere/Grumbeere” ab, was dort anstatt “Kartoffel” verwendet wird.

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Hier ein Kumpir Exemplar aus dem Stadtteil Moabit. Kennt jemand den Laden aus dem die Speise stammt? (c)flickr: Alper Çuğun | alper.nl

  • Wo? Probiert T’s Kumpir auf der Prenzlauer Allee, nahe U2 Senefelderplatz, oder besucht das Schlaraffenland in Schöneberg: Hier gibt es zu den Kartoffeln auch ausgefallene, frischgepresste Fruchtsäfte. Dafür sind die Kartoffeln etwas kleiner als bei anderen Kumpirläden der Stadt.
  • Preis: Kumpir liegt ca. bei 4 Euro, abhängig von Art und Menge der Toppings.
  • Geheimtipp: Noch mehr türkisches Essen gibt es im Mercan. Dabei handelt es sich um eine türkische Kantine mit einer täglich wechselnden Auswahl an fünf unterschiedlichen Hauptspeisen. Ganz in der Nähe von der U1 Görlitzer Bahnhof-Station. 7 Euro für ein Menü.

Günstig Essen in Berlin: Pizza

Das eigentlich typische für Berlin sind die vielen Pizzaläden, in denen man einzelne Pizzastücke unterschiedlicher Sorten bekommt. La Pausa am Rosenthaler Platz kostet 2,30 Euro das Stück, Piccola Musica macht Mini-Pizzen für 1 Euro, Pazzi per Pizza 2 Euro das Stück, manche Sorten auch teurer, Da Dante auf der Oranienstraße 2,50 Euro das Stück, dafür aber auch extrem lecker.

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Da Dante macht auch Nachts noch frische Pizza. Die Zweite von rechts ist super! (c)flickr: Alper Çugun | alper.nl

Außerdem haben wir Tipps, wo ihr ganze Pizzen für unverschämt wenig Geld bekommt.

  • Wo? Das Pane e Vino nahe der U2 Eberswalder Straße: Hier gibt es Pizzen für um die 4€. Mittags ist es sehr voll, da viele Leute hier in ihrer Arbeitspause essen. Noch günstiger ist das San Marco in der Schönhauser Allee: 2,70 Euro für jede Pizza. Alle Cocktails 3 Euro, und auch Pasta gibt es für unter 5 Euro.
  • Preis: Pizzastücke kosten in Berlin 1 – 2,50 Euro, ganze Pizzen gibt es ab 2,50 Euro..
  • Geheimtipp: Etwas mehr Atmosphäre und immer noch günstige Preise findet man bei Olivio’s im Gräfekiez, nahe U8 Schönleinstraße. Ein kleiner, rustikaler Italiener, der sich gerade zur Mittagszeit für Pizza oder Pasta anbietet. 4€ für die Pizza.

Günstig Essen in Berlin: Thai-Vietnam-Asia-Food

Irgendwo zwischen Pizza, Falafel und Kumpir darf das Asia-Food natürlich nicht fehlen. Die Klassiker in Berlin sind Kokoscurry, gebratene Nudeln und Erdnussauce. Nicht ganz so günstig ist gutes Sushi, dem wir hier vor einiger Zeit bereits einen eigenen Artikel gewidmet haben.

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Handelsübliches Pho Bo Tai. Eine Perle der vietnamesischen Küche (c)flickr: Tim Lucas

Wo?

  • Preiswerte Asiaten sind zum Beispiel Viet Village in Mitte, mit einem äußerst leckeren Bo Nam Bo. Dann gibt es das Hamy in der Nähe der Hasenheide in Neukölln. Vietnamesische Küche mit täglich wechselnden Tagesgerichten für 4,90€, und zum Nachtisch einen Bananenpudding, den man probieren sollte.
  • Preis: Vietnamesische Gerichte bekommt man im Durchschnitt zwischen 3 – 6,50 Euro, eine 6er Portion Makis gibt es an einigen Ecken schon für 1,50 Euro.
  • Geheimtipp: Dai An ist ein kleiner Imbiss mit wenigen Sitzmöglichkeiten, der für 3,80€ eine hervorragende Erdnussauce mit Gemüse und Reis zubereitet. Sommerrollen, Tom Ka Gai oder die Wan-Tan Suppe sind bei großem Hunger eine gute Ergänzung zum Hauptgericht. Ebenfalls zu empfehlen ist das My Thais in der Krummestraße in Charlottenburg: Ein wunderbares kleines Thai-Restaurant, dass sein Essen ohne Konservierungsstoffe und Glutamat zubereitet.

Günstig Essen in Berlin: Diverses

Es gibt einen sehr guten Mexikaner auf der Skalitzer Straße zwischen Görlitzer Bahnhof und Schlesisches Tor an der U1. Tacabron bereitet das Essen authentisch und beseelt zu. Wenn noch etwas Geld übrig ist, könnte man darüber nachdenken, sich durch die Mezcal-Karte zu trinken. Dieser Agavenschnaps ist sehr stark und rauchig, erfreut sich aber dennoch (oder gerade deshalb) in Berlin steigender Beliebtheit.

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Taccos – authentisch und schmackhaft (c)flickr: Alper Çugun

Etwas riskofreudigere Menschen können es im Steakhouse Doree probieren. Das Steakhouse ist einer typischen Marotte Berliner Budget-Restaurants gefolgt, und bewirbt 50% Rabatt auf alles. Hier gibt es Pizza, Pasta und Salate für unter 4 Euro und auch Steaks sind erschwinglich.

Günstig essen in Berlin: Sonntagsbrunch

In Berlin nimmt man sich Sonntags gern Zeit für einen ausgiebigen Brunch. Hier zahlt man einen Fixpreis (in Berlin meist 8 – 12 Euro) und kann dafür fleißig vom Buffet essen. Zum Beispiel bietet das Cafe Dritter Raum bis in den fortgeschrittenen Nachmittag ein Brunchbuffet für 9,50€ an. Außerdem gibt es im Kurhaus Korsakow ein fantastisches Angebot, am Sonntag von 9-16Uhr. Im Datscha gibt es ebenfalls sonntags ein typisch russisches Frühstücksbuffet mit einer sehr große Auswahl verschiedener Speisen.

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Sonntagsbrunch ist eine Institution in Berlin. (c)flickr: miss_yasmina

Jetzt solltet ihr aber erstmal genügend Input (und Hunger) bekommen haben, um loszuziehen und euch durch die leckerste Stadt Deutschlands zu futtern. Lasst es euch nicht nehmen, am Ende einfach in einen neuen, interessanten Laden zu gehen, um eure eigene Entdeckung zu machen. Denn es ist immer noch das Schönste, wenn man “seinen” Platz zufällig findet, ganz ohne Bewertungsportale und Reiseführer. Guten Appetit!

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(c)Titelbild: flickr, Jerick Parrone

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