Warum es sich lohnt, Städte bei Nacht zu besichtigen

Städte bei Nacht haben etwas Magisches. Für gewöhnlich schaut man sich ja sein Reiseziel eher am helllichten Tag an. Eine Stadt aber einmal mitten in der Nacht im Schein der Straßenlampen zu entdecken und die Dinge wortwörtlich in einem anderen Licht zu sehen, das hat nicht nur für angehende Vampire einen besonderen Reiz. So herrscht an vielen schon tagsüber sehenswerten Orten in der Nacht eine nahezu mystische Stimmung. Und endlich hat man die Sehenswürdigkeiten einmal ganz für sich und bekommt so einen sehr persönlichen Zugang zu ihnen. Falls ihr nun Lust auf eine nächtliche Entdeckungstour bekommen habt, findet ihr nachfolgend fünf Städte, die sich besonders für einen Rundgang in der Nacht eignen.

 

Venedig

Venedig ist eine der weltweit beliebtesten Städte-Destinationen. Dementsprechend ist die Stadt vor allem tagsüber von Touristen überfüllt. Allein dies ist schon ein guter Grund, sich “La Serenissima” einmal bei Nacht anzusehen. Während die meisten Touristen bei Sonnenuntergang die Stadt wieder verlassen, sitzt man am besten bei einem Aperol Spritz (der angeblich in Venedig erfunden wurde) in einem Café und beobachtet, wie sich die Gassen langsam leeren.

Endlich muss man die Rialtobrücke nicht im dichten Gedränge überqueren, sondern kann stattdessen zwischen Markusplatz und Piazzale Roma den Zauber der Stadt erleben. Am besten verliert man sich in den engen Gässchen, schaut sich in Ruhe die Schaufenster der Geschäfte an oder unternimmt sogar eine nächtliche Gondelfahrt. Bei Sonnenaufgang gönnt man sich dann in einer Bäckerei ein frischgebackenes Croissant und einen Cappuccino und schaut der Stadt beim Aufwachen zu.

 

Prag

In der Nacht wirkt die mittelalterliche Altstadt von Prag so, als stamme sie direkt aus einem Märchenbuch. Und am besten startet man dieses Märchen beim Reiterdenkmal des Heiligen Wenzel am gleichnamigen Wenzelsplatz. Von dort aus spaziert man dann zum Altstädter Rathaus. Die Beleuchtung taucht die Straßen und Kirchen in ein völlig neues Licht und sorgt bei den Türmen und Statuen der Altstadt für ein faszinierendes Schattenspiel. Anschließend geht es weiter zum Ufer der Moldau. Über den dunklen Fluss spannt sich als schmaler Lichtstreifen eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt – die Karlsbrücke.

Vor allem in nebligen Nächten ist es hier gut möglich, dass man zwischen den Heiligenstatuen zu beiden Seiten der Brücke den Prager Golem oder ein Wesen aus Franz Kafkas Büchern (Kafka lebte in Prag) weghuschen sieht. Auf der Kleinseite der Stadt erhält man dann nach einem kurzen Aufstieg zur Prager Burg Hradschin einen wunderschönen Ausblick auf die schlafende Stadt.

 

Hamburg

Als Stadt mit dem größten Hafen Deutschlands bietet Hamburg vor allem nachts einiges an Fischer- und Hafenromantik. Einen tollen nächtlichen Blick auf die Stadt erhält man vom berühmten Michel, eines der Wahrzeichen der Stadt. Freitags und samstags ist es bis Mitternacht möglich auf den Turm zu steigen. Im Stadtpark “Planten un Blomen” wird in der wärmeren Jahreshälfte jeden Tag um 22 Uhr eine spektakuläre Wasserlichtshow gezeigt. Anschließend kann man auf der berühmten Reeperbahn bis zum frühen Morgen durchfeieren. Wer es ruhiger mag streift stattdessen durch die nächtliche Speicherstadt oder läuft durch den alten Elbtunnel und sieht sich das bunte Treiben auf der Reeperbahn von der anderen Seite der Elbe aus an.

Gegen Morgen stolpert man dann müde aber glücklich zum Hafen runter und sieht den Booten beim Auslaufen zu. Ab 6 Uhr morgens lockt sonntags außerdem der berühmte Hamburger Fischmarkt, bei dem man sich auf höchst amüsante Art ein paar Fische von einem waschechten Hamburger Seebären aufschwatzen lässt.

 

Gent

In Gent ist die nächtliche Erkundung der Stadt sogar eine offizielle Touristenattraktion. Für ihr “Lichtwandeling” hat die Stadt einen offiziellen Lichtweg kreiert, der an allen wichtigen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten vorbeiführt, die auf kunstvolle Weise beleuchtet sind. Auf diesem nächtlichen Spaziergang kann man aber auch weniger bekannte Szenerien entdecken, die man tagsüber vielleicht sogar übersehen hätte.

Den genauen Verlauf des Weges kann man im Netz oder in den Touristen-Informationen von Gent erfahren. Zum Ausklang der Nacht gönnt man sich anschließend in einer der vielen Bars von Gent ein belgisches Kwak.

 

Granada

Natürlich ist es ein Klischee, aber wer möchte nicht einmal in einer warmen Sommernacht echten Flamenco in Andalusien erleben. Zunächst aber sollte man in Granada die Gelegenheit nutzen, die maurische Architektur der weltberühmten Alhambra in einem einzigartigen Licht zu bestaunen. An manchen Wochentagen ist die Alhambra nämlich bis 22.30 Uhr geöffnet. Auch der bekannteste Aussichtspunkt der Stadt der “Mirador de San Nicolas” bietet nachts eine wunderschöne Aussicht, und dies ohne Touristenmassen.

Für den Aufstieg sollte man sich dann auf dem Rückweg unbedingt mit ein paar Tapas belohnen. Anschließend eignet sich “El Albaicin” – eines der ältesten und schönsten Viertel Granadas – am besten dazu, darauf warten, dass das Nachtleben der Stadt so richtig in Gang kommt. Ab ungefähr 2 Uhr kann man sich dann in einer der zahlreichen Flamenco-Bars vom bewegenden Gesang, den emotionalen Gitarren und den expressiven Tänzen bis zum Morgengrauen mitreißen lassen.

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