Wir veraten euch die Tricks der Taschendiebe und was ihr tun könnt um euch davor zu schützen

Sie beherrschen ihr kriminelles Handwerk, sind extrem kreativ und machen uns das Leben im Urlaub schwer: Taschendiebe. Aufgrund der vielen Eindrücke und der ungewohnten Umgebung sind Touristen auf Reisen oft unachtsam. Die teure Digitalkamera, die Kreditkarte und wichtige Dokumente sind zudem stets am Mann. Wer hier nachlässig und gutgläubig ist, kann leicht zur Zielscheibe werden. Wir haben von einigen ebenso kreativ wie dreisten Methoden gehört, Touristen übers Ohr zu hauen und möchten euch diese nicht vorenthalten. Außerdem verraten wir, wie man sich vor Diebstahl mit einfachen Tricks schützen kann.

1. Kleine Geschenke

Tricks der Taschendiebe

Foto: Flickr, Divya Thakur

Ablenkungsmanöver sind bei Taschendieben das A und O. An öffentlichen, belebten Plätzen werden gern kleine, vermeintlich freundliche Geschenke verteilt. Das können etwa Blumen oder Bändchen zum Anstecken sein. Während man sich das Geschenk an die Jacke pinnen lässt, wird blitzschnell nach der Brieftasche gegriffen. Häufig wird man auch nach einer kleinen Spende gebeten, doch ist der Geldbeutel dann gezückt, wird nach ganzen Scheinen geschnappt. Ein gesundes Misstrauen gegenüber Freundlichkeit kann deshalb nicht schaden.

2. Falsche Polizei

Taschendieb Paris

Foto: Flickr, Steven Depolo

Die Polizei – dein Freund und Helfer? Diese Methode ist unter Taschendieben nicht so sehr verbreitet, dafür umso ausgeklügelter. Ein Fremder verwickelt Ahnungslose in ein kurzes Gespräch und erkundigt sich nach dem Weg. Kurz darauf nähert sich ein vermeintlicher Polizist und informiert darüber, dass jener Fremder ein gesuchter Krimineller ist und man nun unser Gepäck und die Taschen nach Drogen durchsuchen müsse. Als ahnungsloser Tourist gehorcht man natürlich und gibt den Inhalt seiner Taschen preis – der natürlich erst durch den falschen Polizisten wirklich in Gefahr ist. Dies ist übrigens auch hierzulande kriminelle Praxis. Helfern aller Art solltet ihr mit Vorsicht begegnen, denn auch beim Erklären der Straßenkarte sind oft flinke Finger am Werk.

3. Am Strand

Touristen am Strand - Tricks der Taschendiebe

Foto: Flickr, Dan DeLuca

Strände sind in der Regel überfüllt mit Menschen und ein kleines Taschendieb-El-Dorado. Die Wertsachen sollten immer im Auge behalten werden. Die Taschendiebe sprechen Strandbesucher unter einem Vorwand an, sie verkaufen zum Beispiel Eis, Bier, Sonnenbrillen oder bieten Dienstleistungen wie Massagen an. Der Komplize befindet sich schon ganz in der Nähe und greift zu, sobald das Ablenkungsmanöver perfekt ist. Auch hier gilt: Die Wertsachen dicht am Körper und sich nicht in Verkaufsgespräche verwickeln lassen. Und natürlich: Niemals unbeaufsichtigt beim Schwimmen zurücklassen.

4. In Bus und Bahn

 Taschendiebe in Paris

Foto: Flickr, Blake Burkhart

Der Klassiker unter den Tricks der Taschendiebe. Öffentliche Verkehrsmittel sind der beliebteste Ort, arglose Touristen zu beklauen. Besonders verdächtig ist es, wenn man abrupt und heftig angerempelt wird. Den Rucksack solltet ihr deshalb vorne getragen – das mag zwar etwas uncool aussehen, ist aber die sicherste Variante, um sein Gepäck stets im Blick zu haben. Kameras sollten nicht um den Hals gehängt, sondern in der Tasche verstaut werden. Häufig wird geraten, nachts auf Taxis umzusteigen, doch auch Taxifahrer wissen Nichtwissende übers Ohr zu hauen. Langfinger gibt es übrigens auch in Shuttlebussen zum Hotel. Uns kam eine kuriose Geschichte zu Ohren, in denen sich Diebe sogar im Gepäckraum versteckten und die Koffer während der Fahrt durchsuchten.

5. Im Restaurant

Im Restaurant - Tricks der Taschendiebe

Foto: Flickr, Charles Thompson

Achtung bei Restaurant-/Bar-/Cafébesuchen. Auch diesen Trick gibt es so ziemlich überall auf der Welt: Eine über die Lehne gehängte Jacke oder Tasche sind für Diebe ein gefundenes Fressen. Wenn er mit dem Rücken zu seiner Beute sitzt, hat er alle Zeit der Welt, die Inhalte der Taschen zu prüfen. Wertsachen, Geld und Mobiltelefon sollte man am besten immer am Körper tragen oder vor sich auf den Tisch legen, die Handtasche oder der Rucksack ist zwischen den Füßen am sichersten. Vorsicht ist auch Alleinreisenden geboten, wenn freundliche Einheimische einen Barbesuch vorschlagen. Hier wird man gern unverhofft auf einer hohen Rechnung sitzen gelassen.

6. Gefährliches Fußballspiel

Taschendiebe mögen Touristen: Tricks der Taschendiebe

Foto: Flickr, GrooverFW

Bei diesem Trick nutzt eine lokale Bande in Madrid die Fußballvernarrtheit vieler Touristen aus. Sie verwickeln diese in ein Gespräch über Fußball und schlagen ein Spiel vor, bei welchem man eng aneinander auf einem Bein hüpft. Durch die unkoordinierten Bewegungen bemerkt man dabei natürlich nicht, wie Hosen- und Jackentaschen gelehrt werden. Generell sollten Reisende bei ungewöhnlichem Körperkontakt Vorsicht walten lassen. Wer versehentlich geschubst oder schmutzig gemacht wird, ist vielleicht im nächsten Moment schon um einige Euro ärmer.

Wie schütze ich mich vor den Tricks der Taschendiebe?

Geldbeutel - Tricks der Taschendiebe

Foto: Flickr, Jan Fidler

Generell braucht man im Urlaub und auf Reisen natürlich keine panische Angst zu haben. Das weiß auch Reiseblogger und Weltreisender Johannes Klaus (Reisedepeschen.de) und hat folgenden Rat für euch:

“Viel habe ich schon verloren, wenn ich in der Welt unterwegs war – doch gestohlen wurde mir nie etwas. […] Sicherlich hatte ich auch Glück. Diebstähle zu vermeiden ist aber in der Regel gar nicht schwer, und man braucht dafür keine Ketten und geheime Geldgürtel: Man muss einfach ein bisschen wachsam sein, ohne paranoid zu werden. Wenn ich über einen Markt voller Menschen gehe, nehme ich meine Umhängetasche etwas vor mich, so dass mir niemand von hinten hineingreifen kann. Ich achte auch darauf was in meinem Rücken passiert, und versuche nicht von Gruppen bedrängt zu werden.”

Die Geheimzutat ist schlicht Wachsamkeit und Vorsicht, besonders in menschenreichen Situationen. Hochburgen für Taschendiebe sind übrigens südeuropäische Städte wie Rom, Barcelona oder Madrid, aber auch Prag und Paris. Ratsam ist es, wichtige Utensilien im Hotel zu lassen und nie mehr Geld dabeizuhaben, als nötig. Auch diesbezüglich hat Johannes einen Tipp:

“Je nach Ort trage ich die wichtigsten Dinge, wie größere Geldbeträge, Kreditkarten und Reisepass in einer Bauchtasche unter meiner Kleidung, habe aber genug Geld in der Hosentasche um damit bezahlen zu können. Dies sind kleine, meist automatisierte Dinge, darüber denke ich nicht nach – und gleichzeitig verringert es wirkungsvoll Angriffsfläche für Taschendiebe.”

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