15. September 2014

“Unpacking Travel” ist unser Wochenrückblick auf die Reisewelt. News zur Reise- und Transportbranche, Reiseblogs und die Beiträge der Reiseredaktionen finden hier noch einmal Beachtung. Unser Wochenrückblick bringt etwas Übersicht in die neusten Trends und Ereignisse rund um die Themen “Transport und Reisen”.

Kalenderwoche 37. Yeah, diese Woche geht es richtig rund. Über den Wolken drehen die Leute durch wegen dem Knee Defender, einer Klemme die das zurückstellen der Sitzlehne verhindert. Dabei kann ich beide Seiten zu geichen Teilen verstehen. Was auch immer das bedeuten mag. MERIAN äußert sich zu den Rassismusvorwürfen aus den Social Networks gegen ihren New York Reiseführer, weil dort folgende Formulierung abgedruckt war:

“Die größte Stadt Amerikas hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert: Die Weißen stellen nur noch ein Drittel ihrer Bewohner. Kein Grund zur Sorge: New York ist heute eine der sichersten Großstädte des Landes.”

Dann musste ich lernen, dass auf RTL jetzt “Adam sucht Eva” läuft. Gedreht wird auf einer zu Französisch-Polynesien gehörenden Insel. Das Format ist entstanden nachdem jemand den Geistesblitz hatte, man müsse ein extrem erfolgreiches Format wie “Bauer sucht Frau” nehmen und diesem verlässliche Erfolgsfaktoren wie Sonne, Strand und Brüste hinzufügen.

Eher entfernt was mit Reisen zu tun, hat die Buchkritik des DLF der 1000-seitigen Habilitationsschrift “Authentizität und Gemeinschaft” von Sven Reichardt über das linkalternative Leben im Deutschland der 70er und frühen 80er:

Ein Höhepunkt seines Buches ist das Kapitel über Kontaktanzeigen in Szeneblättern wie dem Frankfurter “Pflasterstrand”. Wenn es etwa in einem Partnergesuch 1977 heißt “Depressiver, sensibler, fast total geschaffter Typ, sucht zum Aufbau einer längerfristigen, fruchtbaren Zweierbeziehung verständnisvolles weibliches Wesen”

Da hat aber jemand zu viel Werther gelesen. Wobei das ja heute noch genau so ist, nur dass man das über Profilfotos der sozialen Netzwerke kommuniziert. Kurz zum durchatmen die Überschrift der Woche:

Zittau, liegt das nicht in Polen?

Schöne Idee von der Zeit die Schönheit unterbewerteter Orte in den medialen Fokus zu rücken.

Ein neuer Stern am Bloggerhimmel. Stories I Tell überzeugt mit einem sehr frischen Bericht über einen Hammanbesuch in Marokko, was nicht so einfach ist… Marokko war ja in letzter Zeit schon desöfteren Thema.

Ein Artikel von Umdieweltreise, der auch mal die Seiten des Reisebloggerdaseins beleuchtet die man sonst eher von der Netzöffentlichkeit weg hält. Das ist ja häufig die Gefahr, wenn man sein Hobby zum Beruf macht, kann das auch nach hinten losgehen (s. Gastro > Hobbykoch). Aber wenn man durchhält lohnt es sich! Davon bin ich überzeugt. Und mal ehrlich, Kooperationen und suchmaschinenoptimierte Artikel schließen einen guten Inhalt nicht aus.

Schließlich ein Artikel auf Smaracuja über den Moment, wenn man ein Lied, dass man schon mega oft gehört hat, zum ersten mal richtig versteht. Da wurde ich voll abgeholt, hatte das in letzter Zeit gleich zwei Mal. Erst als ich gemerkt habe “No Woman No Cry” heißt gar nicht, dass man ohne Frauen keine Probleme hat, sondern dass das tröstend ist und er sagt: “Nein Woman, weine doch nicht”. Und ja, “It’s Raining Man” heißt auch nicht: “Man, es regnet!”, sondern: “Es regnet Männer”.

Ich bin wohl nicht der einzige der dieser Misskonzeption von Marleys Song unterlag.

Ich bin wohl nicht der einzige der dieser Misskonzeption von Marleys Song unterlag.

Eigentlich geht der Artikel auch um was anderes. Um was ziemlich Spannendes. “Ist Reisen Eskapismus oder Theraphie?” könnte man die Fragestellung überschreiben, wenn man Adorno (Zitat der Woche) beim Wort nimmt, es gäbe kein richtiges Leben im Falschen. Ich denke oft darüber nach was die Dialektik des Reisens sein könnte. Kommt irgendwann die Synthese und man überwindet das augenscheinlich immer schlimmer werdende Fernweh, die immer kürzer werdenden Zyklen der Ruhe nach der Rückkehr, bevor die nervösen Regungen und Tagträume wieder einsetzen? In diesem Sinne: allen eine schöne Woche!

Es gibt kein richtiges Leben in Flaschen. Gefunden am U-Bahnhof Wedding in Berlin.

Es gibt kein richtiges Leben in Flaschen. Gefunden am U-Bahnhof Wedding in Berlin.

Copyright Titelbild: CC-Lizenz Zen Voyager (flickr) aufgenommen am 4. Mai 2014 in Französisch-Polynesien.

Gefällt Dir unser wöchentliches Format “Unpacking Travel”? Dann lass es uns wissen! Ein Link, ein Like, ein Retweet, eine kleine Geste halt, dass man weiß es gefällt oder gefällt nicht. Oder vielleicht hast du Vorschläge was man noch verbessern kann, Anmerkungen jeder Art. Schreib uns einfach auf Facebook.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn