09. Dezember 2013

“Unpacking Travel” ist unser Wochenrückblick auf die Reisewelt. News zur Reise- und Transportbranche, Reiseblogs und die Beiträge der Reiseredaktionen finden hier noch einmal Beachtung. Unser Wochenrückblick bringt etwas Übersicht in die neusten Trends und Ereignisse Rund um die Themen “Transport und Reisen”.

Kalenderwoche 50. Dinge passieren und wir bleiben Glückspilze. Glückspilz ist, wer Vueling-Botschafter wird. Die spanische Fluggesellschaft sucht in 10 deutschen Städten nach je einem Gesicht für ihre Kampagne, die Botschafter bekommen dafür 100 Freiflüge. Weniger spektakulär, aber dafür frei zugänglich ist die Gutscheinaktion von ADAC Postbus: 10% auf alle Tickets, freies zusätzliches Gepäckstück und kostenlose Platzreservierung… theoretisch zumindest – das mit dem Gepäck und der Platzwahl hat irgendwie nicht funktioniert bei mir… brauch ich aber auch nicht wirklich.

Und die Travelblogger…. diese Glückspilze?

Gesa, schon letzte Woche mit ihrem mehrteiligen Marokko-Bericht hier vertreten, hat es bis Marrakesch geschaft und es Mara-Cash getauft. Irgendwie scheint sie dennoch die unsagbare Gabe zu besitzen, dem Moloch rund um den Djemaa el-Fna etwas positives abzuringen. Mein Marrakeschaufenthalt hat dafür gesorgt, dass der Stadtname im Gehirn unweigerlich mit Fear and Loathing in Las Vegas assoziiert wird.

“In den Souks gibt es 1001 Schnäppchen und als Tourist werde ich als wandelnder Geldautomat angesehen.” – Gesa Neitzel, reisedepeschen.de

Leider nicht das, was man als deutscher Individualtourist möchte. Wir wollen partizipieren, auf Augenhöhe, wenn wir in neue Länder einmarschieren: In der Medina von Marrakesch findet man jedoch seinen Meister. Das – schließlich – ist auch eine wertvolle Erfahrung.Von der Pressereise nach Borneo kommt Yvonne(JustTravelous) mit dem für mich schönsten Bericht zurück. Einfach weil sie sich die Mühe macht, die deutschen Leser über den fatalen und weit verbreiteten Irrtum rund um Borneo, aufzuklären: “Denn Borneo, so sagen die Einheimischen, das ist nur die Malaysische Seite der Insel. Hier, auf der indonesischen Seite, sind wir in Kalimantan”. Durch die kleine Rivalität zwischen den beiden Ländern ist dieses Wissen durchaus nützlich.

Merian mit einem interessanten Artikel über das Gallische Dorf Orgosolo auf Sardinien, GEOaudio mit einem Bericht über die Regenernte in der Wüste von Rajastan.

Ein dringend benötigtes Wörterbuch ist jetzt Online. Endlich verstehe ich meine österreichische Mitarbeiterin,auch wenn das ständige Nachschlagen recht mühsam ist. Als großer Bayreuth-Fan habe ich außerdem mit heller Begeisterung diesen schönen Bericht über den Jean-Paul-Wanderweg registriert. Jean-Paul, etwas in Vergessenheit geraten, ist ein großer deutscher Dichter und so eine Art Urtypus des fränkischen Literaten und Geisteswissenschaftlers. Eine Kombination aus Wanderlust, Gemütlichkeit und Alkoholismus gepaart mit melancholischen Wortschöpfungen. Wenn man in Bayreuth lebt und dann erfährt, dass Jean-Paul schon vor 200 Jahren die Wörter Welt und Schmerz an diesem Ort zusammenführte – ja man erliegt einem emotionalen, gar rührseeligen Anfall ehrlicher Betroffenheit… naja jedenfalls ist das Bier am Wegesrand besser als auf dem Lenz-Wanderweg durch die Vogeesen. Bier ist aber nicht nur in Franken gut (auch wenn es dort am besten ist), sondern allmählich sind kleine, lokale Brauereien auch in Berlin angekommen. Der Trend der Micro-Breweries ist von Franken über Amerika und Skandinavien nun endlich in Berlin angekommen – und hat dabei leider auch die skandinavischen Preise gleich mitgebracht nach Berlin.

Überschrift der Woche geht an Johannes Klaus von reisedepeschen.de:

“La Grada Familia ist fast fertig”

Klaro… ist sie doch schon seit hundert Jahren. Netter Running Gag. Dann stellt man fest sie meinen es ernst da drüben in Spanien. 2026 ist es soweit – für 2027 sind dann wieder Umbauten geplant.

Ich habe gesehen, dass es auf Kaffeeersatz.com was ähnliches wie hier gibt: Die Backpackers-Link-List. Außerdem ein Artikel über neue Reisestartups auf Zielpublikum.de.

Und warum nicht auch mal ein Zitat der Woche? Von Brecht vielleicht? Hat in den frühen 30er Jahren schon die Probleme des Internets vorweggenommen:

„Man hatte plötzlich die Möglichkeit, allen alles zu sagen, aber man hatte, wenn man es sich überlegte, nichts zu sagen. […] Ein Mann, der was zu sagen hat und keine Zuhörer findet, ist schlimm daran. Noch schlimmer sind Zuhörer daran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat.“ – Wikipedia: Radiotheorie

Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Bis nächste Woche, wenn es wieder heißt: auspacken Sie den Koffer!

Die englische Version von Unpacking Travel setzt den Fokus auf die angelsächsische Reisewelt und enthält weitere interessante Artikel, Links und Nachrichten der letzten Woche.

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